salz und pfeffer online bestellen

Gewürzagentur Raffinessen

Salz ist ja bekanntlich ein Mineral. Auf Platz eins der Gewürze steht somit der Pfeffer und mit diesem Gewürz kann bestimmt jeder etwas anfangen.

 

Komischerweise ist das Wissen um Pfeffer dennoch nicht weit verbreitet und als wir von Markus und Valentin eingeladen wurden sie zu besuchen, haben wir bei unseren Vorbereitungen erst einmal festgestellt was alles hinter den dunklen Körnern steckt.

team raffinessen bern

Die beiden waren die ersten Produzenten, die wir besucht haben und dementsprechend aufgeregt waren wir, als wir uns auf den Weg nach Bern machten.

 

Inmitten der Innenstadt haben die beiden ihr kleines Büro, in dem jeder an seinem Schreibtisch seiner Arbeit nachgeht. Wir wurden herzlich empfangen und waren erstaunt, mit wie viel Leidenschaft die beiden über ihren in Kambodscha wachsenden Pfeffer schwärmten.

Wie um alles in der Welt kommt man zu einer Pfefferplantage?

Nun ja, es ist wie so oft der Zufall, der das möglich macht. Markus und Valentin lernten Khom Phy, der 2010 ein Grundstück in Kampoth erstanden hatte, durch einen gemeinsamen Freund kennen. Khom selbst kommt ursprünglich aus Kambodscha und ist im Alter von 12 Jahren als Flüchtlingskind nach Deutschland gekommen. Bei seiner neuen Familie erhielt er viel Unterstützung und wurde für seine soziale Verantwortung in seinem Herkunftsland sensibilisiert.

 

Wie gesagt, die drei kamen ins Gespräch und aus einer wilden Idee wurde ein konkretes Konzept. Markus und Valentin wirkten auf uns gut gelaunt und bodenständig. Man merkt ihnen die Freude beim Erzählen an und sie rissen uns mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und ihren tollen Geschichten über das bisher Erlebte mit. Vor allem die Projekte, die sie durchführen beeindruckten uns, aber dazu später mehr. Durch ihr Engagement wurde innerhalb von sechs Jahren die Plantage bepflanzt und der erste Pfeffer konnte in die Schweiz transportiert werden. Bisher wird der Pfeffer vor allem online verkauft, aber auch oft als Geschenkidee von Firmen in grösseren Mengen bestellt. Markus und Valentin nutzen den Pfeffer aber auch um viel Neues auszuprobieren. Zum Beispiel haben sie bereits mit einer Eisdiele ein Glace hergestellt, oder den Pfeffer bei der Herstellung einer Salami, Käse, Bier und Gin benutzt. Als Highlight empfanden wir den Plan ein Parfum auf Grundlage der ätherischen Öle des Pfeffers herzustellen. An Einfallsreichtum mangelt es den beiden jedenfalls nicht! Die Ergebnisse (bis auf das Glace natürlich) haben die beiden auf ihren jährlichen Reisen nach Kambodscha mitgenommen und ihren Angestellten geschenkt um Ihnen zu zeigen, was aus dem Produkt entsteht und wie sehr sich die Kunden in Europa darüber freuen ihren Pfeffer zu geniessen.

pfeffer anbau

Qualität vor Quantität

Ganz bewusst verzichten Khom, Markus und Valentin auf den Einsatz von künstlichen Düngern und Pestiziden beim Anbau des Pfeffers. Das führt natürlich dazu, dass die Ernte nicht so ertragreich ist wie sie sein könnte. Im Moment werden auf der sechs Hektar grossen Plantage jährlich etwa zweieinhalb Tonnen Pfeffer geerntet, aber möglich wären zwischen sechs und neun Tonnen. Angebaut wird der Kampot Pfeffer. Hierbei handelt es sich um eine geschützte Herkunftsbezeichnung, die auch die Verarbeitung und Weiterverarbeitung regelt. Der Kampot Pfeffer gilt als einer der aromatischsten Sorten überhaupt. Wie überall wird die Ernte durch manche Tiere und Insekten geschmälert, aber was soll man ohne künstliche Stoffe dagegen machen? Jemand gab ihnen den Tipp, dass Hühner sich sehr gut auf den Plantagen machen, denn sie picken die Termiten auf - in Kambodscha gibt es für alles eine nachhaltige Lösung. Natürlich versuchen die drei den Ertrag zu erhöhen, nutzen dabei aber immer traditionelle und vor allem nachhaltige Wege. Zum Beispiel haben sie ein Tropfwasser-Bewässerungssystem installiert, wodurch die ganze Plantage mit Regenwasser bewässert werden kann.

pfeffer kampot

Besserwisser-Wissen

pfefferkörner farbe

Sag mal: Was weisst du eigentlich über Pfeffer, ausser dass er unterschiedliche Farben haben kann? Okay, hier mal ein paar Fakten:

Der Pfeffer kommt ursprünglich aus Indien und gelangte vor etwa 1000 Jahren in das heutige Indonesien und Malaysia. Es handelt sich um eine Kletterpflanze die drei bis vier Meter hoch wachsen kann. Der Pfeffer ist eine Zwitterpflanze, kann sich also selbst befruchten. Sobald das geschehen ist, entstehen innerhalb von ungefähr sechs Monaten die kleinen roten Früchte, die im getrockneten Zustand zermahlt werden. Im Mittelalter war Pfeffer sehr teuer und somit ein absolutes Luxusgut. 

Was den Pfeffer scharf macht, ist das Piperin. Dieser Stoff bewirkt zum Beispiel, dass die Verdauung angeregt wird, weswegen Pfeffer auch lange Zeit als Heilpflanze genutzt wurde. Heute wird daran geforscht den Stoff als Unterstützung für Diäten zu benutzen, denn wissenschaftliche Studien zeigten, dass er die Neubildung von Fettzellen im Körper verlangsamen kann.

Egal ob roter, schwarzer oder weisser Pfeffer, sie alle kommen von derselben Pflanze. Die Farbe entwickelt sich durch den unterschiedlichen Reifegrad der Frucht. Der schwarze Pfeffer muss am nicht so lang reifen und wird als erster geerntet. Dieser Pfeffer wird gleich nach der Ernte blanchiert, also kurz in kochendes Wasser gegeben, und dann zur Trocknung in die Sonne gelegt. Hier kann es durch zu viel Restfeuchtigkeit und Wärme zu Fehlaromen kommen, man muss also genau wissen was man tut. Nun beginnen Fermentationsprozesse und die Frucht reift zu dem uns bekannten schwarzen Pfeffer heran. Der rote Pfeffer reift länger an der Pflanze. Wenn er geerntet wurde, kann er wie der schwarze Pfeffer blanchiert und getrocknet werden. Man kann aber auch das Fruchtfleisch entfernen und bekommt somit den aromatischen weissen Pfeffer. Auf vielen Plantagen wird der Pfeffer mit Grundwasser gewaschen, was dazu führt, dass dieses verunreinigt wird. Die Mitarbeiter von Markus und Valentin lösen das Fruchtfleisch mit der Hand ab, ohne das Grundwasser zu benutzen. Das dauert zwar länger, ist aber wesentlich besser für die Umwelt. Jetzt ist auch klar, warum roter und weisser Pfeffer teurer ist als schwarzer Pfeffer, denn die Reifezeit ist länger und beim weissen Pfeffer wird nur der Kern der Frucht genutzt.

langer pfeffer kampot

Wie wird der Pfeffer überprüft und transportiert?

Der Pfeffer hat nach seiner Ernte einen langen Weg vor sich. Zunächst werden Proben nach Vietnam gesendet und dort vom TÜV Rheinland überprüft. Wenn alles in Ordnung ist, werden die kleinen Körner mit dem Flugzeug nach Europa transportiert. Markus und Valentin haben sich vor dem ersten Transport viele Gedanken gemacht und die verschiedensten Möglichkeiten abgeschätzt. Bis jetzt ist der Transport mit dem Flugzeug am nachhaltigsten.

Da es jedoch bald neue Schiffsrouten geben wird, wird der Transport aufgrund der besseren Ökobilanz bald auf dem Seeweg stattfinden. Auf jeder Packung erhält man im übrigen die Koordinaten der Plantage, auf der der Pfeffer angebaut und verarbeitet wurde. Sie geben also jedem Kunden die Möglichkeit sich vor Ort selbst ein Bild davon zu machen, wie die Arbeit in Kambodscha aussieht. Zugegeben, das ist nicht um die Ecke, aber das Angebot wurde laut Markus und Valentin bisher 15-mal wahrgenommen.

meersalz grob

Mehr als nur Pfeffer und salz

Der Kampot von Raffinessen ist mehr als einfach nur ein Pfefferkorn. Es ist eine Philosophie, ein hochwertiges Produkt durch nachhaltige, faire und für alle Beteiligten lohnende Methoden herzustellen und zu verarbeiten.

 

Jeder Teil dieses Prozesses hat seinen Platz und wird mit Respekt, Vertrauen und dem Gefühl des Zusammenseins behandelt. Markus, Valentine und Khom haben einen Ort geschaffen, der wirklich etwas bewirkt und beweist, dass man mit einem so scheinbar kleinen Produkt wie einem Pfefferkorn, Grosses bewirken kann.

«Wir fliegen selber regelmässig nach Kampot und zeigen unseren Mitarbeitern, welche tollen Produkte in der Schweiz aus ihrem Pfeffer gemacht werden. Das ist grossartig.»

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An dieser Stelle möchte ich gerne noch ein Thema anschneiden, dass ich wichtig finde: Es kommt sicher die Frage auf, warum wir den Pfeffer von Markus und Valentin in unserem Sortiment haben, obwohl wir damit werben nur schweizer Produkte zu verkaufen. Nun zum einen gibt es ganz einfach keinen schweizer Pfeffer, denn die Pflanze benötigt ein Klima, das es in der Schweiz nicht gibt. Zum anderen finden wir, dass die Schweiz stolz darauf sein kann, dass sie Visionäre wie Markus und Valentin hat, die sich dafür einsetzen in anderen und ärmeren Ländern, etwas zu bewegen. Wir freuen uns sehr, die drei an Bord zu haben!