devia basilikum spirituose

DEVIA - Basically Basil aus Biel

Mit DEVIA haben die drei Gründer Lukas, Robin und Till aus Biel ein neues Aperitivgetränk auf den Markt gebracht. Warum neu? Es lässt sich einerseits keiner bekannten Getränkekategorie wie Gin, Wodka oder den Likören zuordnen und andererseits ist es doch sehr klassisch hergestellt. Bei niedrigen Temperaturen destilliert und mit nur einem Botanical hergestellt: Basilikum.

tesm devia

DEVIA, was aus dem Lateinischen übersetzt so viel wie Umweg oder Schleichweg bedeutet, könnte das Produkt der drei Jungs aus Biel nicht treffender beschreiben. Mit ihrem gleichnamigen Startup wollen sie eine echte Alternative zu den gängigsten Spirituosen anbieten und gleichzeitig neue Möglichkeiten in der Welt der Cocktails und Apérogetränke schaffen. Zusammen mit der Traditionsbrennerei Matter Spirits wird DEVIA in Kallnach destilliert und vorbereitet, um den heimischen Spirituosenmarkt aufzumischen.

Über Umwege zu DEVIA

Was haben ein COO, ein Chemiker und ein Bauingenieur gemeinsam? Im Fall von Lukas, Robin und Till die Leidenschaft für gute Produkte und den Drang, alles ein bisschen anders machen zu wollen als alle anderen. 

Der Trend um Gin und Co. reisst nicht ab, ganz im Gegenteil. Immer mehr Produzenten spriessen aus dem Boden, die meisten verschwinden nach einiger Zeit wieder und die wenigstens schaffen es mit herausragender Qualität in diesem harten Markt zu bestehen. 

Das haben auch die drei Bieler eines Tages bemerkt und kamen 2018 so auf die Idee, ihre eigene Interpretation einer Spirituose herstellen zu wollen. Sie wollten sich nicht auf den bekannten Weg mit Wacholder und weiteren typischen Botanicals begeben. Also suchten sie nach neuen Möglichkeiten. Schnell wurde die heimische Küche zu einer kleinen Versuchswerkstatt umfunktioniert und es wurde mit verschiedenen Zutaten und Kräutern experimentiert. Ihr Antrieb war es, etwas ausserhalb der breiten Masse herzustellen, etwas, was sie selbst gerne zu Hause, in einer Bar und zusammen mit Freunden geniessen konnten. 

Ein kleiner Ausflug in die Spirituosenregale der Welt

in der brennerei matter spirits

Geht man heute in ein Spirituosenfachgeschäft, ist man erst mal einige Zeit beschäftigt, um sich zu orientieren. Zu riesig ist die Auswahl an unterschiedlichen Marken, Sorten und Herstellungsverfahren. Dabei haben so gut wie alle Spirituosen eines gemeinsam: Sie werden aus einem bestimmten Rohstoff destilliert. Gin und Wodka aus neutralem Alkohol, Grappa und Marc aus Traubentrester, also den Überresten der Weinproduktion und Whisky aus Malz. Das war es aber auch schon mit den meisten Gemeinsamkeiten, denn wo ein Gin mit hocharomatischen Botanicals destilliert und anschliessend klar abgefüllt wird, kommt ein Whisky für mehrere Jahre in Holzfässer, um zu reifen oder Rum wird mit Zuckermelasse versetzt, um einen weichen Geschmack und die typische Farbe zu erhalten. Liköre bilden eine eigenständige und sehr komplexe Gruppe für sich. Meist in gut aufgeräumten Bars zu finden sind sie damals wie heute fester Bestandteil vieler klassischer Cocktails.

«Der Aufbau einer Marke und einer Idee reizt mich sehr und macht mir unheimlich viel Spass.»

Raus aus der heimischen Küche, rein in eine Traditionsdestillerie

Die Matter Spirits Brennerei in Kallnach steht für Premiumspirituosen made in Switzerland aller Art und das seit 100 Jahren. Immer noch im Familienbesitz lenkt nun Oliver Matter in der 4. Generation die Geschicke in der Brennerei. Klassische Liköre für Cocktails gehören ebenfalls zu seinem Sortiment wie Gin oder der bekannte «Mansinthe» Absinthe by Maryline Manson.

Auf der Suche nach einem wahren Kenner von Spirituosen führt meist kein Weg an Matter Spirits vorbei. Das merkten auch die drei Jungs von DEVIA und so nahmen sie unkompliziert und mit ihrer offenen Art Kontakt zu Oliver Matter auf. Daraus entstand anfänglich ein reger Austausch über die Grundaspekte des Destilliervorganges und die Besonderheiten der Lagerung. Schnell wurde den drei Gründern klar, dass sie mit Matter Spirits nicht nur einen versierten und professionellen Berater gefunden haben, sondern auch eine freundschaftliche Beziehung zu Oliver Matter entstanden ist.

Sie wussten, dass sie ihr DEVIA nicht für immer bei sich zu Hause herstellen und auch vertreiben können. Einerseits fehlte es an Platz, andererseits benötigten sie eine Brennbewilligung, um kommerzielle Spirituosen herstellen zu dürfen. Dies sowie die bereits geknüpfte Freundschaft zu Matter Spirits führte dazu, dass sie die Produktion ihres DEVIA in die fähigen Hände von Oliver Matter legten, welcher ihr Rezept so übernahm und mit ihnen seine Anlage sowie sein breites Wissen teilte. 

matter spirits in kallnach
devia abfüllung flasche

Die Herstellung von DEVIA – klassisch, jedoch mit kleinen Schleichwegen

DEVIA ist eine Spirituose mit einem moderaten Alkoholgehalt von 32  vol.%. Wo hingegen die Gins und Wodkas dieser Welt bei 40  vol.% anfangen, lässt sich DEVIA auch sehr gut zum Apéro trinken, ohne dass der Alkohol einem direkt in den Kopf steigt. Dies ermöglicht neue Kombinationsmöglichkeiten, entweder mit Softgetränken oder zusammen mit anderen Spirituosen in Cocktails.

Destilliert wird im Low-Temperature Verfahren. Bei unterschiedlichen Temperaturen werden verschiedene ätherische Öle gelöst. Kommerziell hergestellte Spirituosen durchlaufen diese verschiedenen Temperaturbereiche in Rekordzeit, weshalb entweder die geschmackliche Ausbeute der einzelnen Botanicals geschmacksarmer wird oder mit künstlichen Aromen ausgeholfen wird. Das Ergebnis ist eine klassisch gebrannte Spirituose, aber eben nicht wirklich mit der nötigen Power dahinter.

Bei DEVIA nimmt man sich die Zeit und destilliert länger und bei tieferer Durchschnittstemperatur. Hier werden die ätherischen Öle schonend und möglichst geschmacksintensiv extrahiert, schliesslich will man die gesamte Geschmacksvielfalt vom getrockneten Basilikum in jeder Flasche.

Dieser ist der Star im Getränk. Während ihrer Experimentierphase entdeckten die drei, dass getrocknetes Basilikum um einiges intensiver und kräftiger zur Wirkung kommt als frischer. Vor dem Destillieren wird das Basilikum in Alkohol mazeriert, um hier schon Geschmack aus dem Gewürz herauszuholen.

Dieses Verfahren bringt DEVIA einen intensiven und ausgeprägten Geschmack.  

Über Umwege zu DEVI

Nachdem sie mit DEVIA das Destillieren im Do-it-yourself Verfahren kennen und für sich perfektioniert haben, wollten sie nun eine andere Art und Weise der Getränkeherstellung erkunden. Per Zufall sind sie auf die Haskap Beere gestossen. Diese länglich wachsende violette Beere gilt im asiatischen Raum als Superfood und erinnert von ihrem Geschmack an eine Heidelbeere. Bei uns ist sie jedoch noch sehr unbekannt. Dies und vor allem ihr Geschmack war für DEVIA der ausschlaggebende Grund, mit der Haskap Beere zu experimentieren. Heraus kam ein Getränk, welches, wie sollte es anders sein, irgendwo zwischen Wein und Bier anzusiedeln ist. Gebraut wie ein Bier mit einer kleinen Dosis Kalthopfung, von den Rohstoffen jedoch auch etwas von Wein. DEVI tauften sie ihr neues Getränk, wofür sie ihr Crowdfunding erfolgreich abgeschlossen haben und nun in die Testphase starten. Ab kommenden Frühling soll DEVI auf den Markt kommen.

devia flasche etikette

«Manchmal ist man am auffälligsten, wenn man möglichst schlicht daherkommt.»

Mit bestehenden, scheinbar gesetzten Abläufen und Rezepten brechen und neue Wege gehen, das scheint in der Natur der drei zu sein. Durch ihre Philosophie bringen sie nicht nur neuen Schwung in die heimische Getränkewelt, sondern bieten auch echte Alternativen zu allem bisherigen.

Dabei stehen sie zu DEVIA und DEVI und nehmen liebend gerne jeden noch so grossen Umweg in Kauf und fühlen sich erst dann angekommen, wenn sie alle Aspekte und Facetten ihres Getränkes perfektioniert haben.

«DEVIA passt zu unserem Leben, wir sind auch nicht geradlinig zu unserer Idee gekommen.»

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